Der Verkauf beginnt nicht mit dem Inserat – er beginnt mit dem richtigen Preis

· Von Andreas Gendner · Ratgeber Immobilienverkauf

Der richtige Preis beim Immobilienverkauf

Fast jede Woche führe ich Gespräche mit Eigentümern, die ihre Immobilie verkaufen möchten. Und fast jedes Mal höre ich denselben Satz:

„Wir setzen den Preis einfach etwas höher an. Runtergehen können wir später immer noch.“

Ich verstehe den Gedanken. Jeder möchte natürlich den bestmöglichen Preis für seine Immobilie erzielen. Aber genau dieser Ansatz ist einer der häufigsten Fehler beim Immobilienverkauf.

Und nein – das sage ich nicht, weil ich Immobilien verkaufe. Ich sage es, weil ich als zertifizierter Immobilienmakler und Sachverständiger regelmäßig sehe, welche Folgen ein falsch angesetzter Angebotspreis hat.

Deshalb gibt es in dieser Rubrik keine Verkaufsfloskeln und keine leeren Versprechen. Hier gibt es Klartext aus der Praxis.

Warum der Angebotspreis über den gesamten Verkauf entscheidet

Viele Eigentümer glauben, dass ein möglichst hoher Angebotspreis automatisch zu einem höheren Verkaufserlös führt. In der Realität passiert häufig das Gegenteil.

Eine Immobilie erhält direkt nach Veröffentlichung die größte Aufmerksamkeit. Genau in dieser Phase entscheiden Interessenten, ob sie sich näher mit dem Objekt beschäftigen oder weitersuchen.

Ist der Preis deutlich zu hoch angesetzt, bleiben qualifizierte Anfragen oft aus. Die Immobilie bleibt länger online und verliert Schritt für Schritt an Attraktivität.

Nach einigen Wochen stellen sich viele Käufer nicht mehr die Frage: „Ist das eine schöne Immobilie?“ Sondern: „Warum wurde sie eigentlich noch nicht verkauft?“ Genau dieser Eindruck kann später sogar zu niedrigeren Kaufangeboten führen.

Der Immobilienmarkt hat sich verändert

Vor einigen Jahren war vieles einfacher. Heute vergleichen Käufer deutlich genauer, informieren sich intensiver und achten aufgrund der Finanzierungskosten stärker auf den Kaufpreis.

Das bedeutet nicht, dass sich gute Immobilien nicht mehr verkaufen lassen. Ganz im Gegenteil. Gut bewertete Immobilien verkaufen sich nach wie vor erfolgreich. Entscheidend ist jedoch, dass Preis und Markt zusammenpassen.

Gerade in Augsburg, Neusäß, Gersthofen, Bobingen, Königsbrunn, Fischach, Diedorf oder Schwabmünchen unterscheiden sich Immobilienpreise teilweise erheblich – oft sogar innerhalb weniger Straßen. Deshalb gibt es nicht den einen Quadratmeterpreis für eine ganze Stadt. Jede Immobilie muss individuell betrachtet werden.

Online-Rechner? Gut für eine erste Orientierung.

Im Internet finden sich zahlreiche kostenlose Immobilienbewertungen. Für einen ersten Eindruck sind sie durchaus hilfreich. Mehr aber auch nicht.

Kein Online-Rechner kennt den tatsächlichen Zustand Ihrer Immobilie, hochwertige Modernisierungen, die besondere Lage innerhalb eines Wohngebiets oder viele andere wertrelevante Faktoren. Deshalb können digitale Schätzungen vom tatsächlichen Marktwert teilweise deutlich abweichen.

„Der Nachbar hat sein Haus für 750.000 Euro verkauft? Das freut mich für ihn. Aber deshalb ist Ihre Immobilie nicht automatisch genauso viel wert.“

Jede Immobilie erzählt ihre eigene Geschichte. Genau deshalb sollte auch jede Immobilie individuell bewertet werden.

Was bestimmt den tatsächlichen Wert einer Immobilie?

Bei einer professionellen Immobilienbewertung fließen unter anderem folgende Faktoren ein:

  • Lage und Mikrolage
  • Grundstücksgröße
  • Wohnfläche und Grundriss
  • Baujahr
  • Modernisierungen
  • energetischer Zustand
  • Ausstattung
  • aktuelle Marktentwicklung
  • Vergleichsverkäufe
  • Angebot und Nachfrage

Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt einen realistischen Marktwert. Nicht das Bauchgefühl. Nicht der Wunschpreis. Und auch nicht das, was irgendwann einmal in der Nachbarschaft bezahlt wurde.

Mein Rat: Erst bewerten, dann inserieren

Wenn Sie Ihre Immobilie verkaufen möchten, investieren Sie nicht zuerst in ein Inserat. Investieren Sie zuerst in eine realistische Wertermittlung.

Sie entscheidet häufig darüber,

  • wie schnell Ihre Immobilie verkauft wird,
  • wie viele ernsthafte Interessenten sich melden,
  • wie die Preisverhandlungen verlaufen
  • und letztlich auch darüber, welchen Verkaufspreis Sie tatsächlich erzielen.

Fazit: Der richtige Angebotspreis entscheidet

Ein erfolgreicher Immobilienverkauf beginnt nicht beim Fotografen, nicht beim Exposé und auch nicht auf einem Immobilienportal. Er beginnt mit dem richtigen Angebotspreis.

Als zertifizierter Immobilienmakler und Sachverständiger unterstütze ich Eigentümer in Augsburg, Neusäß, Gersthofen, Bobingen, Königsbrunn, Fischach, Diedorf, Schwabmünchen und im gesamten Landkreis Augsburg dabei, den Marktwert ihrer Immobilie realistisch einzuschätzen und eine passende Verkaufsstrategie zu entwickeln.

Denn eines hat sich in den letzten Jahren nicht verändert: Nicht der höchste Angebotspreis verkauft eine Immobilie – sondern der richtige.

Häufige Fragen zum richtigen Angebotspreis

Wie finde ich den richtigen Angebotspreis für meine Immobilie? 

Der Angebotspreis sollte sich aus Lage, Zustand, Ausstattung, Grundstück, Wohnfläche, aktuellen Vergleichsangeboten und der tatsächlichen Nachfrage ableiten. Ein pauschaler Quadratmeterpreis reicht dafür meistens nicht aus. 

Sollte ich beim Verkauf höher ansetzen, um Verhandlungsspielraum zu haben? 

Ein gewisser Verhandlungsspielraum kann sinnvoll sein. Ist der Preis jedoch deutlich zu hoch, bleiben ernsthafte Interessenten häufig aus. Entscheidend ist, dass sich der Angebotspreis gegenüber Käufern und finanzierenden Banken nachvollziehbar begründen lässt. 

Wie genau ist eine Immobilienbewertung aus dem Internet? 

Ein Online-Rechner kann eine erste Orientierung liefern. Den konkreten Zustand, durchgeführte Modernisierungen, die Mikrolage und Besonderheiten der Immobilie kann jedoch er jedoch nur eingeschränkt berücksichtigt werden. 

Was passiert, wenn der Angebotspreis zu hoch ist? 

Ein deutlich überhöhter Preis kann die Nachfrage bereits in den ersten Wochen bremsen. Bleibt die Immobilie anschließend lange online, werden Interessenten häufig skeptisch und erwarten zusätzliche Preisnachlässe.  

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