Andi ungefiltert
· Von Andreas Gendner · Ratgeber Immobilienverkauf
Die Immobilie ist seit drei, vier oder sogar sechs Monaten online. Viele Aufrufe, vielleicht ein paar Besichtigungen – aber kein Käufer.
Dann höre ich oft Sätze wie: „Der Markt ist gerade schwierig.“ Oder: „Die Käufer warten alle noch.“
Kann sein. In vielen Fällen liegt das eigentliche Problem aber woanders: beim Preis.
Und je länger eine Immobilie erfolglos angeboten wird, desto schwieriger kann der Verkauf werden.
Ich sage es ganz direkt: Eine Immobilie ist nicht automatisch das wert, was man gerne dafür hätte.
Natürlich hängt an einem Haus oder einer Wohnung oft viel Persönliches. Vielleicht wurde viel renoviert. Vielleicht hat man selbst jahrelang darin gelebt. Vielleicht hat der Nachbar angeblich vor zwei Jahren einen deutlich höheren Preis bekommen.
Für Käufer zählt am Ende aber etwas anderes: Was bekomme ich für mein Geld – und welche Alternativen gibt es aktuell?
Genau deshalb ist eine realistische Immobilienbewertung vor dem Verkauf so wichtig.
Als Immobilienmakler und zertifizierter Sachverständiger sehe ich regelmäßig, wie groß die Unterschiede zwischen Wunschpreis, Angebotspreis und tatsächlich erzielbarem Marktpreis sein können.
Das gilt für Immobilien in Augsburg genauso wie im Landkreis – ob Fischach, Bobingen, Schwabmünchen, Diedorf, Neusäß oder Königsbrunn.
Diesen Gedanken kann ich verstehen. Man startet beispielsweise mit 650.000 Euro, obwohl ein realistischer Verkaufspreis eher bei 580.000 bis 600.000 Euro liegen könnte. Die Überlegung dahinter: Runtergehen können wir später immer noch.
Das Problem: Die interessanteste Phase eines Immobilienangebots sind häufig die ersten Wochen.
Genau dann sehen viele ernsthafte Interessenten das Objekt zum ersten Mal. Ist der Preis deutlich zu hoch, klicken sie weiter oder warten ab. Nach einigen Monaten steht dieselbe Immobilie immer noch in den Portalen – inzwischen vielleicht für 619.000 Euro. Später für 599.000 Euro.
Und plötzlich passiert etwas, das Verkäufer unbedingt vermeiden sollten.
Ich mag den Begriff „verbrannt“ eigentlich nicht besonders. In der Immobilienbranche hört man ihn trotzdem häufig. Gemeint ist damit: Ein Objekt ist so lange am Markt, dass Interessenten misstrauisch werden.
„Warum kauft das keiner?“
„Was stimmt mit dem Haus nicht?“
„Da geht bestimmt noch ordentlich was beim Preis.“
Aus einem ursprünglich interessanten Angebot wird ein Ladenhüter – zumindest in der Wahrnehmung.
Das ist ärgerlich, weil mit der Immobilie selbst möglicherweise überhaupt nichts falsch ist.
Der Startpreis war schlicht zu hoch.
Wer ein Haus in Augsburg verkaufen oder eine Wohnung in Augsburg verkaufen möchte, sollte deshalb nicht nur überlegen, welchen Preis er gerne erzielen würde. Entscheidend ist, welchen Preis der aktuelle Markt tatsächlich trägt.
Auch eine schlechte Präsentation kann einen Verkauf ausbremsen.
Dunkle Handyfotos, ein liebloses Exposé, fehlende Unterlagen oder Besichtigungen ohne vernünftige Vorbereitung helfen nicht gerade. Manchmal stimmt auch die Vermarktungsstrategie nicht. Oder die Besonderheiten der Immobilie werden schlicht falsch kommuniziert.
Ich schaue mir deshalb nicht nur die Immobilie an. Ich möchte wissen: Wie wurde sie bisher angeboten? Seit wann? Zu welchem Preis? Welche Rückmeldungen gab es?
Oft erkennt man dann ziemlich schnell, wo es hakt.
Mein Rat: Nicht einfach alle paar Wochen den Preis um 10.000 Euro reduzieren und hoffen, dass irgendwann jemand anruft. Lieber einmal sauber analysieren. Wie hoch ist der realistische Marktwert? Wie steht das Objekt im Vergleich zu anderen Angeboten da? Ist die Präsentation gut? Erreicht das Angebot überhaupt die richtigen Käufer?
Eine professionelle Immobilienbewertung kann an dieser Stelle viel Klarheit schaffen.
Das ist auch ein wichtiger Teil meiner Arbeit als Immobilienmakler in Augsburg und im Landkreis Augsburg. Egal ob als Immobilienmakler in Fischach, Bobingen oder Schwabmünchen: Der Markt ist nicht überall gleich. Schon wenige Kilometer können bei Lage, Nachfrage und Preis einen deutlichen Unterschied machen.
Nicht länger warten, sondern herausfinden, woran es liegt
Wenn Ihre Immobilie seit Monaten nicht verkauft wird, heißt das nicht automatisch, dass sie unverkäuflich ist.
Aber einfach weitere drei Monate abzuwarten, macht die Situation meistens nicht besser. Je länger ein Angebot erfolglos am Markt steht, desto wichtiger wird eine klare Analyse.
Wenn Sie bereits länger versuchen, Ihre Immobilie zu verkaufen, schaue ich mir die Situation gerne mit Ihnen an. Ohne Schönrechnerei und ohne Ihnen irgendeinen Wunschpreis zu versprechen.
Manchmal liegt es am Preis. Manchmal an der Vermarktung. Manchmal an mehreren Dingen gleichzeitig.
Entscheidend ist, es herauszufinden, bevor aus einem guten Objekt tatsächlich ein „Ladenhüter“ wird.
Sie sind unsicher, warum Ihre Immobilie bisher keinen Käufer gefunden hat? Dann sprechen wir einfach unverbindlich darüber. Eine ehrliche Einschätzung kann an dieser Stelle mehr wert sein als die nächste Preisreduzierung.
Wie lange dauert es normalerweise, eine Immobilie zu verkaufen?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Lage, Zustand, Preis und Nachfrage spielen eine große Rolle. Bleiben ernsthafte Anfragen über längere Zeit aus, sollte man die Vermarktung überprüfen.
Ist der Preis wirklich der häufigste Grund, wenn sich eine Immobilie nicht verkauft?
Aus meiner Praxiserfahrung ist ein zu hoher Angebotspreis sehr häufig ein entscheidender Faktor. Es können aber auch Präsentation, Unterlagen oder Vermarktungsstrategie eine Rolle spielen.
Sollte ich den Preis meiner Immobilie einfach reduzieren?
Nicht blind. Erst sollte geklärt werden, wo der realistische Marktwert liegt. Sonst hangelt man sich von einer Preisreduzierung zur nächsten.
Kann man eine bereits lange angebotene Immobilie noch erfolgreich verkaufen?
Natürlich. Häufig braucht es dafür aber einen klaren Neustart bei Preis, Präsentation und Vermarktungsstrategie.
Kann ich meine Immobilie auch bewerten lassen, wenn sie bereits bei einem anderen Makler angeboten wurde?
Grundsätzlich kann eine unabhängige Einschätzung sinnvoll sein. Dabei sollte natürlich geprüft werden, welche vertraglichen Vereinbarungen bereits bestehen.
Jetzt Marktwert prüfen lassen und herausfinden, woran es liegt.
Andi ungefiltert