Immobilie oder Grundstück verkaufen ohne Makler – was wirklich dahinter steckt

· Von Andreas Gendner · Ratgeber Immobilienverkauf

Immobilie oder Grundstück verkaufen ohne Makler – was wirklich dahinter steckt

„Den Makler spare ich mir. So schwer kann das doch nicht sein.“

Diesen Satz höre ich regelmäßig. Und ganz ehrlich: Ich kann den Gedanken verstehen. Wer ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück verkauft, sieht schnell eine Maklerprovision und fragt sich natürlich, ob man sich diese Kosten nicht sparen kann.

Die eigentliche Frage lautet aber nicht, ob ein Verkauf ohne Immobilienmakler möglich ist. Natürlich ist er das. Die entscheidende Frage ist: Lohnt es sich am Ende wirklich?

Ich arbeite täglich als Immobilienmakler in Augsburg und dem Landkreis Augsburg und bin außerdem zertifizierter Sachverständiger. Deshalb sehe ich beide Seiten. Es gibt Eigentümer, die ihren Verkauf selbst erfolgreich abwickeln. Ich sehe aber genauso häufig, wie aus einer vermeintlichen Ersparnis am Ende ein deutlich geringerer Verkaufserlös oder viel unnötiger Ärger entsteht.

Ein Verkauf beginnt nicht mit der Anzeige

Viele denken, der erste Schritt sei ein Inserat auf einem Immobilienportal. Aus meiner Erfahrung beginnt ein erfolgreicher Verkauf deutlich früher.

Die wichtigste Frage lautet: Was ist die Immobilie oder das Grundstück tatsächlich wert? Genau hier passieren die meisten Fehler.

Viele Eigentümer orientieren sich an Angeboten im Internet. Das Problem dabei: Angebotspreise sind keine Verkaufspreise. Ein Haus kann für 750.000 Euro angeboten werden und am Ende für 680.000 Euro verkauft werden. Oder umgekehrt deutlich mehr erzielen, wenn Nachfrage und Vermarktung stimmen.

Eine professionelle Immobilienbewertung berücksichtigt unter anderem:

  • Lage
  • Grundstücksgröße
  • Zustand
  • Modernisierungen
  • Energieeffizienz
  • aktuelle Marktlage
  • tatsächliche Verkaufspreise vergleichbarer Immobilien

Gerade in Augsburg und Umgebung unterscheiden sich Immobilienpreise oft schon von einem Stadtteil zum nächsten erheblich. Dasselbe gilt für Orte wie Bobingen, Schwabmünchen, Neusäß oder Diedorf. Wer den Preis falsch ansetzt, riskiert finanzielle Nachteile, die eine eingesparte Provision schnell relativieren können.

Gute Fotos reichen heute nicht mehr aus

Natürlich gehören hochwertige Bilder dazu. Aber Käufer erwarten inzwischen deutlich mehr. Ein vollständiges Exposé sollte unter anderem enthalten:

  • aussagekräftige Objektbeschreibung
  • Grundrisse
  • Energieausweis
  • Flächenberechnung
  • Angaben zu Modernisierungen
  • rechtliche Informationen
  • Lagebeschreibung
  • vollständige Objektunterlagen

Fehlen wichtige Informationen, entstehen Rückfragen oder Interessenten springen direkt wieder ab. Das kostet Zeit und oft auch Vertrauen.

Die Besichtigungen sind meistens der einfachste Teil

Viele Eigentümer glauben, die Besichtigung sei die größte Herausforderung. Tatsächlich beginnt die eigentliche Arbeit oft erst danach.

Wer kauft wirklich? Wer möchte nur vergleichen? Wer bekommt überhaupt eine Finanzierung? Ich erlebe regelmäßig Besichtigungen mit Menschen, die zwar begeistert sind, aber am Ende gar nicht finanzieren können.

Wenn man das vorher nicht erkennt, verliert man oft mehrere Wochen. Gerade wenn bereits eine neue Immobilie gekauft wurde oder Fristen laufen, kann das schnell teuer werden.

Verhandlungen sind emotionaler als viele denken

Wer seine eigene Immobilie verkauft, verkauft meistens auch Erinnerungen. Genau deshalb fällt es vielen Eigentümern schwer, sachlich zu bleiben.

Ein Käufer sieht dagegen ganz andere Dinge. Er entdeckt kleine Mängel. Er versucht den Preis zu drücken. Er argumentiert mit Renovierungskosten. Das gehört zu jeder Verhandlung dazu.

Als neutraler Immobilienmakler kann ich deutlich objektiver auftreten – nicht weil ich besser verhandle als jeder Eigentümer, sondern weil ich emotional nicht an der Immobilie hänge. Das macht oft einen erheblichen Unterschied beim Verkaufspreis.

Beim Grundstück wird es oft noch komplizierter

Viele glauben, ein Grundstück sei einfacher zu verkaufen als ein Haus. In Wirklichkeit stellen sich häufig deutlich mehr Fragen:

  • Darf überhaupt gebaut werden?
  • Welche Bebauung ist zulässig?
  • Gibt es einen Bebauungsplan?
  • Wie verlaufen Leitungen?
  • Gibt es Wegerechte?
  • Müssen Altlasten geprüft werden?
  • Welche Erschließungskosten können entstehen?

Gerade beim Grundstück verkaufen in Augsburg oder im Landkreis Augsburg entscheidet die richtige Vorbereitung oft über mehrere zehntausend Euro Unterschied beim Verkaufspreis.

Die rechtlichen Pflichten sollte niemand unterschätzen

Beim Immobilienverkauf müssen Eigentümer verschiedene Informations-, Nachweis- und Offenlegungspflichten beachten. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt von der Immobilie und der konkreten Verkaufssituation ab. Besonders wichtig sind unter anderem:

  • vollständige und zutreffende Angaben zur Immobilie
  • die erforderlichen Angaben aus dem Energieausweis in der Immobilienanzeige
  • die Vorlage des Energieausweises spätestens bei der Besichtigung, soweit keine Ausnahme greift
  • die Offenlegung bekannter wesentlicher Mängel
  • die Beschaffung der für Käufer, Finanzierung und Notar erforderlichen Unterlagen
  • die notarielle Beurkundung des Grundstückskaufvertrags

Wer wesentliche Informationen verschweigt oder falsche Angaben macht, kann auch nach dem Verkauf mit Ansprüchen des Käufers konfrontiert werden. Rechtliche Besonderheiten sollten deshalb im konkreten Einzelfall mit dem Notar oder einem entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt geklärt werden.

Wann ein Verkauf ohne Makler durchaus sinnvoll sein kann

Ich sage das ganz bewusst: Nicht jeder braucht einen Makler. Wenn beispielsweise:

  • innerhalb der Familie verkauft wird,
  • Käufer und Verkäufer sich bereits einig sind,
  • alle Unterlagen vollständig vorliegen,
  • ausreichend Zeit vorhanden ist,
  • Erfahrung mit Immobilien vorhanden ist,

kann ein Verkauf ohne Makler durchaus funktionieren. Das gehört für mich zu einer ehrlichen Beratung dazu.

Wann professionelle Unterstützung meistens sinnvoll ist

Ein Immobilienmakler kann besonders helfen, wenn:

  • der Marktwert unklar ist,
  • eine Immobilie geerbt wurde,
  • mehrere Eigentümer beteiligt sind,
  • Scheidung oder Trennung eine Rolle spielt,
  • ein Grundstück verkauft werden soll,
  • wenig Zeit vorhanden ist,
  • Unsicherheit bei Preisverhandlungen besteht.

Gerade bei hochwertigen Immobilien in Augsburg oder im Landkreis Augsburg kann eine professionelle Vermarktung dabei helfen, das vorhandene Marktpotenzial besser auszuschöpfen. Dann können sich die Kosten einer professionellen Unterstützung schnell relativieren.

Mein Fazit: Ohne Makler verkaufen - aber gut vorbereitet

Ich werde niemandem erzählen, dass ein Verkauf ohne Makler unmöglich ist. Das stimmt einfach nicht.

Aber ich sehe jede Woche, wie viel Arbeit tatsächlich hinter einem erfolgreichen Immobilienverkauf steckt. Und ich sehe auch, welche Fehler Eigentümer immer wieder machen – häufig mit finanziellen Folgen, die sich hätten vermeiden lassen.

Ob Sie Ihr Haus verkaufen in Augsburg, eine Wohnung verkaufen in Augsburg oder ein Grundstück veräußern möchten: Am Ende zählt nicht, ob Sie alles selbst gemacht haben. Entscheidend ist, dass der Verkauf rechtssicher abläuft, der Preis passt und Sie sich im Nachhinein nicht ärgern.

Wenn Sie wissen möchten, was Ihre Immobilie heute wirklich wert ist, unterstütze ich Sie gerne mit einer ehrlichen und unverbindlichen Einschätzung. Manchmal bestätigt sich dabei, dass ein Verkauf in Eigenregie sinnvoll ist. Und manchmal zeigt sich, dass professionelle Unterstützung am Ende die wirtschaftlich bessere Entscheidung ist.

Häufige Fragen zum Immobilienverkauf ohne Makler

Darf ich meine Immobilie ohne Makler verkaufen?

Ja. Eigentümer können ihre Immobilie grundsätzlich selbst verkaufen. Sie übernehmen dann allerdings auch die Preisfindung, Unterlagenbeschaffung, Vermarktung, Interessentenprüfung und Vorbereitung der notariellen Abwicklung.

Welche Unterlagen benötige ich für den privaten Immobilienverkauf?

Je nach Immobilie werden unter anderem Grundbuchauszug, Grundrisse, Wohn- und Flächenberechnungen, Energieausweis, Flurkarte und Nachweise über Modernisierungen benötigt. Bei Eigentumswohnungen kommen beispielsweise Teilungserklärung, Hausgeldabrechnungen, Wirtschaftsplan und Protokolle der Eigentümerversammlungen hinzu.

Benötige ich beim Verkauf ohne Makler einen Energieausweis?

Bei vielen Immobilienverkäufen ist ein gültiger Energieausweis erforderlich und spätestens bei der Besichtigung vorzulegen. Für bestimmte Gebäude können Ausnahmen gelten. Der konkrete Fall sollte deshalb vor der Vermarktung geprüft werden.

Wer erstellt den Kaufvertrag, wenn kein Makler beteiligt ist?

Der Grundstückskaufvertrag muss notariell beurkundet werden. Der Notar erstellt den Vertragsentwurf auf Grundlage der Angaben und Vereinbarungen der Parteien und begleitet die rechtliche Abwicklung neutral.

Wie bestimme ich den richtigen Verkaufspreis?

Der Verkaufspreis sollte unter anderem Lage, Zustand, Ausstattung, Grundstück, Wohnfläche, Modernisierungen und die aktuelle Nachfrage berücksichtigen. Angebotspreise aus Immobilienportalen liefern allein noch keinen verlässlichen Marktwert.

Sie überlegen, Ihre Immobilie ohne Makler zu verkaufen?

Eine realistische Bewertung schafft eine verlässliche Grundlage - unabhängig davon, wie Sie sich anschließend entscheiden.

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